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Onlinemagazin für Film und Filmmusik

Specials

Alien - Special zum Film und zur Musik

Intrada / 2007

CD

Bewertung:


    CD 1:

    The Complete Original Score (as intended by the composer)
    01. Main Title (4:12)
    02. Hyper Sleep (2:46)
    03. The Landing (4:31)
    04. The Terrain (2:21)
    05. The Craft (1:00)
    06. The Passage (1:49)
    07. The Skeleton (2:31)
    08. A New Face (2:34)
    09. Hanging On (3:39)
    10. The Lab (1:05)
    11. Drop Out (0:57)
    12. Nothing to Say (1:51)
    13. Cat Nip (1:01)
    14. Here Kitty (2:08)
    15. The Shaft (4:30)
    16. It’s a Droid (3:28)
    17. Parker’s Death (1:52)
    18. The Eggs (2:23)
    19. Sleepy Alien (1:04)
    20. To Sleep (1:56)
    21. The Cupboard (3:05)
    22. Out the Door (3:13)
    23. End Title (3:09)

    The Rescored Alternate Cues
    24. Main Title (4:11)
    25. Hyper Sleep (2:46)
    26. The Terrain (0:58)
    27. The Skeleton (2:30)
    28. Hanging On (3:08)
    29. The Cupboard (3:13)
    30. Out the Door (3:02)

    CD 2:

    The Original 1979 Soundtrack Album
    01. Main Title (3:37)
    02. The Face Hugger (2:36)
    03. Breakaway (3:03)
    04. Acid Test (4:40)
    05. The Landing (4:31)
    06. The Droid (4:44)
    07. The Recovery (2:50)
    08. The Alien Planet (2:31)
    09. The Shaft (4:01)
    10. End Title (3:08)

    Bonus Tracks
    11. Main Title (film version) (3:44)
    12. The Skeleton (alternate take) (2:35)
    13. The Passage (demonstration excerpt) (1:54)
    14. Hanging On (demonstration excerpt) (1:08)
    15. Parker’s Death (demonstration excerpt) (1:08)
    16. It’s a Droid (unused inserts) (1:27)
    17. Eine kleine Nachtmusik (source- W.A. Mozart) (1:49)

    TT: 126 min

Ungefähr alle 6 Monate kann man in der Soundtrack-Community interessante Phänomene beobachten. Dann wird nämlich in Internetforen seitenlang darüber spekuliert, welche Titel der Varèse CD Club auf den Markt wirft. Lange Jahre wurde dabei auch immer der „Alien“-Score von Jerry Goldsmith aufgezählt. Von diesem Höhepunkt der Sci-Fi-Filmmusik gab es nämlich nur ein ca. 35 Minuten langes Album, welches zuletzt auch nur noch zu hohen Preisen zu bekommen war. Und dann kam plötzlich Douglass Fakes Label Intrada und veröffentlichte ohne große Vorwarnung die komplette Musik von Ridley Scotts Science-Fiction-Horrorklassiker, inklusive einen ganzen Haufen alternativer Cues, dem remasterten Albumschnitt und einen randvoll mit interessanten Infos gefüllten Booklet. Erfreulicherweise (aber auch wirtschaftlich sinnvoll) ist das Album dabei nicht limitiert. Aufgrund der großen Nachfrage wurden innerhalb kürzester Zeit schon mindestens zwei Auflagen nachgepresst. Zum Anlass dieser Veröffentlichung wollen wir einen kleinen Blick auf den Film und die Musik zurückwerfen.

“In Space, no one can hear you scream“ – Der Film

Alles fing mit einem Drehbuch von Dan O’Bannon an, der es in halb Hollywood rumreichte. Eine Mitarbeit als Spezialeffekt-Techniker an der geplanten „Dune Verfilmung“ des chilenischen Avantgarde-Filmemachers Alejandro Jodorowsky führte jedoch dazu, dass das Buch erst mal zur Seite gelegt wurde. O’Bannon hatte Erfahrung in Spezialeffekten seit seiner Mitarbeit an John Carpenters „Dark Star“ – einer Persiflage auf Kubricks „2001.“ Jodorowsky und O’Bannon besuchten in Paris gemeinsam eine Ausstellung eines Schweizer Künstlers, der auch bei der Ausstellungseröffnung anwesend war: Hans-Ruedi (HR) Giger.
Jodorowskys „Dune“-Verfilmung wurde nach vielen Schwierigkeiten abgesagt, O’Bannon war arbeitslos und schlief bei seinem Freund Ronald Shusett auf dem Sofa, weil er überhaupt kein Geld mehr hatte. Zusammen brachte man das Buch zu Ende und zeigte es nahezu allen Filmfirmen in Hollywood. Roger Cormans Produktionsfirma wollte das ganze schon als Low-Budget-Movie machen, als ein Bekannter von O’Bannon und Shusett das Drehbuch bei Walter Hills neu gegründeter Produktionsfirma Brandywine vorzeigte. Dort war man Feuer und Flamme, jedoch war der Drehbuchautor nicht ganz glücklich, da die Produzenten zahlreiche Neufassungen schrieben – am Ende ist allerdings doch sehr viel von den ursprünglichen Ideen in der Geschichte verblieben. Vor allem im Zuge des Erfolgs von „Star Wars“ gab 20th Century Fox letztendlich grünes Licht für die Produktion. Auf der Suche nach einem Regisseur wurde das Skript noch einmal durch viele Hände gereicht. Die meisten Regisseure sagten ab. Bis die Produzenten von Brandywine beim Festival von Cannes „The Duelists“ sahen. Man fragte den Regisseur Ridley Scott, der vor „The Duelists“ nur bei Werbefilmen Regie geführt hatte und der witterte eine Gelegenheit, sich in Hollywood zu etablieren.

Die Geschichte, die Scott verfilmt hat, ist dabei eher simpel: ein Raumschiff auf dem Rückweg zur Erde, dessen Crew sich im Hyperschlaf befindet, wird durch ein empfangenes Signal vom Kurs abgeleitet, um der Quelle nachzugehen. Man empfängt ein unverständliches Signal von einem Planeten. Als man ein Außenteam schickt, um die Herkunft des Signals herauszufinden, setzt sich im Gesicht des Astronauten Kane eine Art Parasit fest. Man nimmt ihn mit an Bord. Jede Versuche, das Lebewesen vom Gesicht Kanes zu entfernen, bedrohen dessen Leben. Wenig später ist der Parasit jedoch von alleine abgefallen, Kane ist putzmunter und isst mit dem Rest der Crew Spaghettis. Doch plötzlich überfallen ihn Krämpfe und starke Schmerzen. Plötzlich bricht ein Lebewesen aus seinem Brustkorb hervor und verschwindet in den Tiefen des Raumschiffs. Wenig später ist es voll ausgewachsen und macht Jagd auf ein Mitglied der Crew nach der anderen.

Der besondere Erfolg des Films, der zu 3 Sequels (und den eher ärgerlichen „Alien vs. Predator“-Ablegern) führte, lag neben der sicheren Regie vor allem an dem vom Schweizer Künstler H.R. Giger designten Monster, das eine Mischung aus Maschine und Organismus zu sein schien. Außerdem zeigte der Film anstelle der meist strahlenden Weltraumhelden, die zu der Zeit im Science-Fiction-Kino auftraten, ganz normale Menschen, die am Essenstisch über ihre Lohnzuschüsse diskutieren müssen. Das Publikum konnte sich sofort mit ihnen identifizieren. Auch unüblich fürs Actionkino der damaligen Zeit: Der Held des Films war eine Frau - Ripley (Sigourney Weaver).

Die auch heute noch unerträgliche Spannung des Films resultierte einerseits daraus, dass man das Monster fast nie ganz zu sehen bekommt, als auch aus der geschickt eingesetzten Tonspur und dem Score. Hinter den Kulissen gab es zwischen dem Komponisten Jerry Goldsmith und dem Produzenten und Regisseur Ridley Scott jedoch einige Probleme. Ein paar Jahre später würde Goldsmith bei „Legend“ dieselben schlechten Erfahrungen mit Ridley Scott noch einmal machen. Seine Cues wurden im Film hin und her geschoben, gegen Sound-Effekte oder die Temp Tracks eingetauscht.

Der Score

Jerry Goldsmith, damals schon als einer der besten Filmkomponisten überhaupt anerkannt und bereits mit seinem einzigen Oscar gekrönt, wurde für das Projekt engagiert und schrieb etwa 57 Minuten Score für den Film. Am Ende blieb davon gerade etwa eine halbe Stunde übrig, weil im Laufe des Schnitts entschieden wurde, Passagen von Goldsmiths „Freud“-Score, die als Temp Track benutzt worden, in den fertigen Film zu übernehmen. Außerdem wurde anstelle von Goldsmiths End Title Music ein Auszug aus der 2. Sinfonie von Howard Hanson eingesetzt. Und damit nicht genug- viele der Cues wurden an anderen Stellen eingesetzt, als der Komponist es vorgesehen hatte- und viele Passagen enthielten am Ende gar keine Musik mehr, sondern nur Herzschlag-Soundeffekte. Goldsmith war mit diesen Entscheidungen, die überwiegend auf den Cutter und Soundeditor Terry Rawlings zurückzuführen sind, gar nicht glücklich und sorgte dafür, dass einige im Film unbenutzte Tracks auch den Weg auf die Soundtrack-Veröffentlichung fanden, die mit 35 Minuten jedoch nur etwas mehr als die Hälfte des Goldsmith-Original-Scores enthielt.
1999 erschien bei Fox die „20th Anniversary Edition“ des Films auf DVD und enthielt ein für Filmmusikinteressierte sehr interessantes Feature. Statt einer isolierten Filmmusikspur, wie ja öfters bei DVDs üblich, gab es gleich zwei davon- eine Variante, wo man den Score so erleben konnte, wie es sich der Maestro vorgestellt hatte, und eine mit der am Ende tatsächlich eingesetzten Tonspur. Ein Vergleich der beiden stellt sich als spannende Angelegenheit heraus.

Die Intrada-Doppel-CD enthält nun einmal die komplette „Goldsmith-Wunschfassung“ und jede Menge alternatives Material, welches er zum Teil auf Wunsch von Scott und Rawlings noch umarbeitete, für Schnittänderungen sehr spät im Postproduktionsprozess. Die Goldsmith-Wunschversion hat einige deutliche Unterschiede zu der finalen Version der Tonspur. Zuallererst gibt es keine Fremdkompositionen bei ihm, er komponierte für jede Szene, die Musik brauchte, Original-Material, da er ein sehr starker Verfechter der Idee war, dass ein Score eine konzeptionelle Einheit bilden und möglichst keinen eklektischen Mischmasch ergeben sollte. Zweitens ist der Score in der Goldsmith-Version wesentlich länger, was auf den ersten Eindruck schon überrascht, da er häufiger in Interviews äußerte, dass ihm die meisten Filme zu sehr mit Musik zugekleistert werden, und dass sie viel sparsamer eingesetzt werden soll.
Der dritte Unterschied ist, dass Goldsmith den Film mit einem relativ optimistischen, romantischen Stück eröffnet, das in keinster Weise vorausgreift, was später an schrecklichen Ereignissen stattfinden wird, obwohl einige beunruhigende „Soundeffekte“ der Blechbläser erklingen, die den leicht idyllischen Eindruck stören.

Der Score zu „Alien“ erforderte einige sehr fremdartige, bizarre Klangfarben, die fast völlig ohne Elektronik erzeugt wurden. Durch extravagante Spielarten der Instrumente (die Streicher werden zum Teil mit der Holzseite des Bogens gekratzt, Blasinstrumente ohne Mundstücke gespielt u.ä.) und besonderen Instrumenten, die man normalerweise nicht in einem Orchester findet (wie z.B. ein Didgeridoo) und der Gebrauch eines Echoplex (dieses Gerät um live einen Echoeffekt während des Spiels des Orchesters zu erzeugen, benutzte der Komponist schon für seine legendäre „Patton“-Tonsignatur) war Goldsmith in der Lage, einen sehr fremdartigen und verstörenden Sound zu kreieren, der das Publikum von Anfang an (nachdem die noch bewusst konventionell
gehaltenen Main Titles verklungen sind) in eine unruhige Stimmung versetzt. Die Crew der Nostromo betritt einen fremden Planeten, von dem man ein Signal aufgeschnappt hat. Sofort wechselt die Musik zu diesen befremdlichen und beunruhigenden Klängen, und wird bis zum Schluss des Films nur durch eine sich permanent steigernde Melodie unterbrochen, die eine gewisse Schicksalhaftigkeit transportiert. Die fremdartige Musik ist nahezu vollständig von einem 4-Noten-Motiv durchzogen, welches sich vergleichbar dem Ticken einer Uhr anhört. Außerdem wird viel mit besagten Echoplex gearbeitet, was die Verlorenheit der Crew musikalisch transportiert, da die Musik die Weite des Alls betont, und damit die Gänge des Raumschiffes noch enger erscheinen lässt.

Als die Crew von dem Planeten zurückkommt, hat sich ein parasitäres Lebewesen im Gesicht des Astronauten Kane festgesetzt. Es hält ihn am Leben, aber scheint ihn zu erwürgen, falls man versucht, es zu entfernen. Wie sich später herausstellt, hat dieser Parasit in Kane einen Embryo eingepflanzt. Als Kane aus einer Art Koma erwacht, bricht dieses Lebewesen beim gemeinsamen Abendessen der Crew aus dessen Bauch hervor - eine der berühmt-berüchtigsten Szenen der Filmgeschichte, sehr schockierend und sehr unappetitlich, die ohne die geringste Musikbegleitung auskommt. Davor war die Musik ständig anwesend und sorgte für eine unruhige Stimmung beim Publikum.

Geschickt gelöst auch der Spannungsaufbau für den ersten Mord des voll ausgewachsenen Aliens. Die fast allgegenwärtigen Streicherglissandis und permanenten Triller der Holzbläser steigern sich zweimal, um dann abzubrechen. Danach hört man einige Sekunden nur das Brummen und Zischen der diversen Maschinen und Instrumente an Bord des Raumfrachters. Erst beim dritten Anlauf steigert sich das Stück in ein aggressiv-dissonantes Finale mit interessanten Effekten der Blasinstrumente, die im Laufe der Partitur noch öfter mit dem Alien in Verbindung gebracht werden. Ein weiteres Beispiel für Goldsmiths großes Können im avantgardistischen Komponieren ist der Track, der erklingt, als Ripley mit Ash, dem Wissenschaftsoffizier kämpft. Er entpuppt sich als Roboter, der von der Firma, der die „Nostromo“ gehört, entsandt wurde, um ein Exemplar des Alien auf die Erde zu bringen, egal ob dabei Crewmitglieder sterben oder nicht. Extreme Intervalle, permanente Wechsel zwischen Crescendos und Decrecendos sowie eine hier völlig atonale Schreibweise mit schrillen Blechbläserpartien und mit der Holzseite des Bogens geklopfte Streicher prägen das wild-aggressive Stück.

Der finale Score

Wie schon erwähnt haben die Produzenten und hauptsächlich Cutter Terry Rawlings reichlich mit der Musik herumgespielt. Der Beginn des Films ist musikalisch wesentlich düsterer und Furcht einflößender als vom Komponisten geplant. Man setzte eine Komposition ein, die eigentlich erklingen sollte, als die Crew der Nostromo das fremdartige Raumschiff, in dem später die Alien-Eier entdeckt werden, erkundet. Gekratzte Streicher, düstere Blechcluster und das 4-Ton-„Uhren“-Motiv bereiten den Zuschauer schon emotional sehr weit darauf vor, was später passieren wird, was dem Ganzen natürlich etwas die Überraschung nimmt. Goldsmith wird dazu im Booklet zitiert:  „I thought, ‘well let me play the whole opening very romantically and very lyrically and then let the shock come in as the story evolves’. So I wrote this very nice main title… There was mystery, but sort of a lyrical mystery. It didn’t go over to well and Ridley and I had major disagreements over that. So then I subsequently wrote a new main title, which was the obvious thing, weird and strange, which everybody loved, and I didn’t love and consequently I kept getting kudos for years after for the main title I wrote for “Alien”, which was not exactly my choice. The original one took me a day to write, and the alternate one took me about five minutes.”

Noch unvorteilhafter war jedoch der Gebrauch von Goldsmiths Musik aus dem 62er John-Huston Film „Freud.“ Jedoch lässt sich leicht erahnen, wie es dazu kam. In einer Szene, wo Wissenschaftsoffizier Ash versucht, dem Astronauten Kane den Parasiten vom Gesicht zu schneiden, tropft Alien-Blut auf den Fußboden, welches sich als hoch ätzende Säure herausstellt. Die Passage aus „Freud“, die die Produzenten hier im Temp-Track und dann leider auch später eingesetzt haben, ist eine dynamische, mit sehr punktierter Rhythmik gespielte Cembalo-Passage, die fast lautmalerisch zu der Szene passt, da sie einem tropfenden Geräusch nicht unähnlich klingt. Der Nachteil ist nur, dass sie überhaupt nicht in den Kontext der Originalkompositionen passte. Das Cembalo tritt nach diesem Gebrauch zum Beispiel nie wieder hervor und ist somit eher ein Fremdkörper. Die Musik wirkt hier zusammenhangslos, ein wenig „aus der Luft gegriffen.“ Zu einem späteren Zeitpunkt, als die Crew versucht das Alien in den Luftschleusen zu fangen, wird wieder Musik aus „Freud“ eingesetzt.
Oftmals wurde jedoch die Musik völlig gestrichen, und die Soundeffekte übernahmen die Aufgabe, das Publikum zu beunruhigen. Hauptsächlich wurden dazu Maschinengeräusche, Herzschläge und Alarmsirenen benutzt- eine letzten Endes zwar sehr funktionale Mischung, obwohl es schade um die vielen exzellenten Goldsmith-Cues war, die man dafür gestrichen hat. Aufgrund der überragenden Qualität der Musik war es eigentlich eine Schande, dass man so unbedarft mit dem Score umgesprungen ist.

Ein Blick in das hervorragende Booklet der Intrada-Doppel-CD enthüllt, dass letzten Endes nur ein ca. 2 Minuten langer Cue so im Film verwendet wurde, wie sich das Goldsmith ursprünglich vorgestellt hat („To Sleep“) Nachdem Ripley die Selbstzerstörung der Nostromo ausgelöst hat, flieht sie mit einem Raumgleiter. Da sie und die Zuschauer denken sollen, dass das Alien mit dem Schiff explodiert ist, setzt Goldsmith hier wieder das fast schon in Vergessenheit geratene romantische Klangidiom vom Filmbeginn ein. Jedoch streut er zwischendurch subtil immer wieder leichte „Störgeräusche“ der Blechbläser ein, um Verunsicherung beim Hörer zu erzeugen. Die Musik lässt hier schon erahnen, was im Film gleich passieren wird- das Alien hat sich an Bord des Raumgleiters versteckt und attackiert Ripley. Erst nach dem finalen Zweikampf, den Ripley nur dadurch überlebt, indem sie das Alien aus einer Luftschleuse wirft, wird die Musik wirklich friedlich und klingt nach einer „echten“ musikalischen Auflösung.

Funktioniert hat das Zusammenspiel aus Score und Soundeffekten sicherlich auch so, der Film wurde durch diese Entscheidungen nicht ruiniert. Als störend erweisen sich vor allem die Fremdkompositionen, die nicht in Goldsmiths ausgeklügeltes Klangkonzept passten.

Die Intrada-CD ist jedenfalls ein absolutes Referenzprodukt. Durch das tolle Booklet wird „Alien“ nicht nur zu einer lange überfälligen Veröffentlichung eines wahren Filmmusik-Klassikers, sondern fast schon zum Studienobjekt, da dort en detail sämtliche Änderungen, die im Laufe der Postproduktion an der Musik vorgenommen worden sind, nachvollziehbar werden. Diese CD ist somit eine Pflichtanschaffung. 

Jan Boltze / 10.03.08