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Onlinemagazin für Film und Filmmusik

Kritiken

True Confessions (Georges Delerue)

Varèse Club / 2005

CD

Bewertung:


    01. End Credits (3:55)
    02. The Notebook (3:12)
    03. Carrick Fergus (2:12)
    04. The Barracks (3:13)
    05. After the Fight / Rancho Rosa (2:07)
    06. The Barracks (Alternate) (3:22)
    07. Carrick Fergus II (2:43)
    08. Troubled Des (5:06)
    09. Forget It (2:25)
    10. Brenda’s Goodbye (3:34)

    TT: 32 min

1948, Los Angeles. Eine Prostituierte wird ermordet. Polizist Tom Spellacy (Robert Duvall) nimmt die Ermittlungen auf. Bald entdeckt er, dass sogar die Kirche in diesen Mord verwickelt ist. Er bittet seinen Bruder, den Priester Desmond (Robert De Niro), ihm bei diesem Fall unter die Arme zu greifen. Widerwillig unterstützt Desmond ihn, ist dabei hin- und hergerissen zwischen der Loyalität zu seiner Kirche und zu seinem Bruder. Die Untersuchungen erschüttern das kirchliche Fundament, führen aber schließlich zu einer überraschenden Auflösung des prekären Falles. Die Kritiker lobten die hervorragenden Leistungen der Schauspieler, allen voran die Duvalls und De Niros, die beide auf dem Filmfest von Venedig für ihre Darbietungen ausgezeichnet wurden. Heute fristet der Film von Ulu Grosbard jedoch wohl eher ein Schattendasein in der langen Filmographie Robert De Niros. 

Delerues stark religiös angehauchte Filmmusiken „Black Robe“ und „Agnes of God“ zeichnen sich durch eine bestimmte Schwermut aus. Hier finden sich keine beschwingten, fröhlichen Melodien, für die der Komponist beliebt ist. In dieser Tradition ist auch „True Confessions“ ein sehr bedächtiger Soundtrack, zurückhaltend, intim, sparsam orchestriert und verhalten, dabei in seiner atmosphärischen Dichte jedoch sehr kraftvoll mit einer berührenden Melodie. Diese Melodie ist das Hauptthema für seine Filmmusik und taucht stets im Verlauf der Musik wieder auf. Es wird vorgetragen von einer Flöte, Cello oder einer Harfe, unterstützt von Streichern oder Chor. Des Hauptthemas wird man trotz unzureichender Variation nicht überdrüssig werden. Geradezu herzzerbrechend hier Track 7 „Carrick Fergus II“, bei dem die Melodie von einer Harfe begonnen und danach von der Flöte fortgetragen wird, ehe sich die Streicher erheben und das Cello sein Solo beginnt. Diese klagende, kurze, prägnante Melodie ist das Herzstück der Komposition, zu ihr gesellen sich diverse Nebenmotive, die Delerue gekonnt in das Konzept einwebt.
Mag die Orchestration teils recht simpel sein, so schafft es der Komponist mit einfachen Mitteln die maximale Wirkung zu erzielen, indem er beispielsweise den Chor in einem langen Crescendo in eine herzzerreißende Melodie ausbrechen lässt und so Höhepunkte in der Filmmusik schafft. Charakteristisch für die Musik ist die atmosphärische Dichte, die Delerue messerscharf gezeichnet hat. Auch nachdem die CD zu Ende ist, hält die erzeugte Stimmung noch lange an. Es ist dieses feine Gespür für Stimmungen und Melodien, das die Musik zu True Confessions hörenswert macht.

Ärgerlich ist die mittlerweile vergriffene Varèse Sarabande Club CD, die 2005 erschien. Sie läuft nur eine gute halbe Stunde und stellt dabei nur ein Re-Release der alten LP in mäßiger Tonqualität dar, obwohl kurz nach Veröffentlichung ein Bootleg mit über 10 Minuten an zusätzlichem Material auftauchte, auf die bei der legalen CD- Ausgabe verzichtet wurde. Die starke Limitierung von 1000 Kopien zog – logischerweise - einen recht schnellen Ausverkauf nach sich. 

Stephan Eicke / 23.04.09

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