Kritiken
The Prestige (David Julyan)
Hollywood / 2006
Bewertung:

Wenn zwei Zauberkünstler zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen obsessiven Wettstreit darum austragen, wer von ihnen der bessere Illusionist ist, dann ist das keine normale Geschichte, sondern eine, die selber mit Illusionen und jede Menge erzählerischen Tricks daherkommt. Christopher Nolan, der bereits mit „Memento“ eine raffinierte Geschichte durch erzählerische Kniffe (dort das Rückwärtserzählen des Films) weiter aufpeppte, kehrt damit nach dem Blockbuster „Batman Begins“ ein Stück weit zu seinen Wurzeln zurück. Vor allem die Besetzung ist eindrucksvoll – neben Hugh Jackman und Christian Bale agieren auch noch Scarlett Johannson, Michael Caine und Poplegende David Bowie als Erfinder Nicola Tesla. Der Film handelt von zwei Zauberkünstlern (Jackman und Bale), die zuerst zusammenarbeiten. Durch einen tragischen Unfall, den einer der beiden vermeintlich verschuldet hat, werden die beiden zu Feinden, die auf den Bühnen der Jahrhundertwende um die Gunst des Publikums streiten, in dem sie sich mit immer spektakuläreren Tricks überbieten.
Nach dem Nolan für „Batman Begins“ auf das ungleiche Gespann Hans Zimmer und James Newton Howard zurückgriff, ist hier wieder sein Stammkomponist David Julyan am Werke, dessen Musik für „Memento“ und „Insomnia“ bestenfalls unauffällig waren. Auch „The Prestige“ bildet hier keine Ausnahme, ist vielmehr sogar der schwächste Score für einen Nolan-Film bisher. Die Musik besteht zum allergrößsten Teil aus statischen Klangflächen, die düster vor sich hinwabern. Dabei erinnert das ganze an Scores zu Low-Budget-Gruselfilmen, wobei dort oftmals mit Synthesizern versucht wurde, das zu erreichen, was Julyan hier mit richtigem Orchester erreicht – das macht das Ganze aber nicht ansatzweise interessanter.
Besonders schwer konsumierbar wird das Album von Hollywood Records durch seine kaum vorhandene Abwechslung. Obwohl das Tracklisting, wie ein Zaubertrick in drei Akte eingeteilt ist, ergeben sich kaum große Unterschiede in den Teilen, so dass sich der schwache Eindruck fast durchgehend manifestiert. Da muss sich der Zuhörer schon freuen, wenn im Track „A New Trick“ mit ein paar Pizzicato-Streichern und Harfen ein bisschen rhythmische Bewegung in die Partitur kommt, in der sonst fast ausschließlich in den tiefen Registern vor sich hinbrummelnde Klangflächen im extrem trägen Tempo den Ton angeben.
Fazit: Im Film funktioniert die Musik durchaus gut, aber als reines Hörerlebnis von etwas über einer dreiviertel Stunde ist das ganze nur eine schlicht zähe Angelegenheit.
Jan Boltze / 15.02.07
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