Kritiken
The Invasion (John Ottman)
Varese / 2007
Bewertung:

In Kürze ist es wieder soweit: Aliens greifen die Erde an und versuchen mit den perfidesten Methoden, die Menschheit zu versklaven. Dieser nicht grundsätzlich neuen Prämisse versucht der Film “The Invasion” (Start 18.10.2007) eine neue Facette abzugewinnen und konzentriert sich dabei auf den verzweifelten Überlebenskampf einer Mutter (Nicole Kidman) und ihres Sohnes, die die schleichende Unterwanderung der Menschen durch eine Virusinvasion (der Virus macht sie gleichgültig und gleichgeschaltet) aufhalten wollen. In einer Nebenrolle ist Daniel Craig besetzt. Trotz der schablonenartigen Story schafft es “The Invasion” aber, über Laufzeit von 100 Minuten die Spannung zu erhalten und bietet dank der beiden exzellenten Darsteller einen soliden Unterhaltungswert. Ein Film also, der keiner Nachfrage standhält, den Kinobesuch aber zu einer vergnüglichen Kurzweil werden lässt.
Musikalisch betreut wurde das Projekt von John Ottman, der mit Erfahrungen aus dem Horror-Genre für die Vertonung ausgewählt wurde. Grundsätzlich sicherlich kein falscher Gedanke, denn große Teile des Streifens beziehen ihre Wirkung aus der unmittelbaren Spannung singulärer Szenenkompositionen - dies ist einem klassischen Horrorfilm nicht unähnlich und so darf Ottman für “The Invasion” alle Genrestandards von ominösen Klangteppichen, repetetiven Streicherläufen und überfallartigen Tuttis bis hinzu verfremdeten Geräuschen einsetzen.
Die Musik beginnt mit einem harmonischen Streicherarrangement, dem ätherische Stimmen und verschiedene Geräusche beigemengt sind. Der “Dance Of The Cells” ist aber mehr im übertragenen Sinne zu verstehen, denn jede rhythmische Prägnanz weicht schnell einem Brei aus Blecheinsätzen, synthetischen Klangverzerrungen und collageartigen Rhythmusspielereien. Leider, und das gilt für die gesamte Musik, kann sich Ottman auch nicht zu einem thematischen Gedanken hinreißen, der vielleicht die Figur der Mutter gefasst hätte. Schon kurze Zeit später bekommt der Hörer jenes Klangbild serviert, dass allenfalls als funktional im Horrorfilmgenre eingestuft werden kann. Hämmernde Percussions, verfremdete Geräusche, Streicherostinati und kein musikalischer Gedanke, der über die Filmsekunde, in der er wirkt, hinaus gedacht wurde.
So bleiben die knapp 50 Minuten Score auf der CD jeden Beweis schuldig, dass sie den Materialwert des Mediums wert sind. Eine überaus konventionelle, rein funktionale und auch im Filmkontext weder besonders einfallsreiche noch auffällige Komposition. Da bietet der Film noch eindeutig mehr Unterhaltungswert.
Jan Zwilling / 14.10.07
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