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Onlinemagazin für Film und Filmmusik

Kritiken

The Great Escape (Elmer Bernstein)

Varese / 2004

CD

Bewertung:


    CD01

    01. Main Title (02:28)
    02. At First Glance (03:09)
    03. Premature Plans (02:27)
    04. If At Once (02:30)
    05. Forked (01:26)
    06. Cooler (01:57)
    07. Mole (01:27)
    08. X (00:54)
    09. Tonight We X (00:36)
    10. The Scrounger (00:28)
    11. Blythe (03:20)
    12. Water Faucet (01:22)
    13. Interrups (01:32)
    14. The Plans (00:41)
    15. The Sad Lives (01:00)
    16. Green Thumbs (02:26)
    17. Hilts And Ives (00:36)
    18. Cave In (01:59)
    19. Restless Men (01:54)
    20. Booze (01:46)
    21. Discovery (03:37)
    22. Various Troubles (03:52)

    CD02

    01. Panic (02:04)
    02. Pin Trick (00:59)
    03. Hendley's Risk (01:43)
    04. Released Again (01:10)
    05. Escape Time (04:14)
    06. 20 Feet Short (03:04)
    07. Foul Up (02:36)
    08. At The Station (01:32)
    09. On The Road (03:25)
    10. The Chase (04:13)
    11. First Casualty (02:34)
    12. Flight Plan (02:11)
    13. More Action (03:10)
    14. Hilt's Captured (02:57)
    15. Road's End (02:07)
    16. Betrayal (02:19)
    17. Three Gone (01:44)
    18. Home Again (01:30)
    19. Finale (01:28)
    20. The Cast (01:17)

    TT: 88 min

1960 gelangte der amerikanische Regisseur John Sturges auf dem Höhepunkt seines Ruhmes an. „The Magnificent Seven“, eine Variation von Akira Kurosawas „Die Sieben Samurai“ im uramerikanischen Westerngenre war ein Riesenhit. Dieser ermöglichte Sturges ein Projekt, was er schon seit langem angehen wollte, bei dem die Studios aber bisher immer zurückhaltend reagiert hatten. Die Verfilmung des Bestsellers „The Great Escape“ von Paul Brickhill, der auf Tatsachen basierte. 76 Kriegsgefangene schafften im März 1944 die Flucht aus dem „Stalag Luft III“, nachdem Sie den Ausbruch monatelang geplant und vorbereitet hatten – durch einen selbst gegrabenen Tunnel. 50 der Flüchtlingen haben das ganze jedoch nicht überlebt – sie wurden entweder bei der Flucht erschossen oder gefasst und zum Tode verurteilt.

Bei „Magnificent Seven“ hatte John Sturges schon äußerst erfolgreich mit Elmer Bernstein zusammengearbeitet. Dass der Komponist dann auch dieses Prestigeprojekt betreuen würde war also keine große Überraschung.

Kernstück des Scores ist ein Marsch für eine „militärische“ Instrumentierung, die überwiegend aus Snare Drums, Blech- und Holzbläsern besteht. Der Marsch hat dabei in den meisten Variationen etwas Verspieltes, trotz der ernsthaften Thematik des Films ist er sehr lebhaft und fröhlich und soll damit wohl zum Ausdruck bringen, dass die gefangenen Protagonisten sich von dem Leben im Kriegsgefangenenlager nicht unterkriegen lassen. Er brachte es dabei zu einiger Berühmtheit. Das Hauptthema von „Chicken Run“ ist übrigens als Hommage an Bernsteins Melodie klar erkennbar. Von diesem Marschthema hat Bernstein im Verlaufe der Doppel-CD nahezu unzählige Variationen in der Hinterhand. Von nur kleinen, harmonisch eher entfernt verwandten Ausschnitten in eher düsteren Tracks wie „At First Glance“ bis zu melodramatischeren Ausprägungen wie „The Mole“ oder mit einem etwas dubiosen Einschlag in den Tracks, die höchstwahrscheinlich die konspirativen Meetings der Kriegsgefangen untermalen: „X“ und „Tonight we X.“ Noch zahlreiche mehr erklingen über den Verlauf der kompletten Musik.

Ganz monothematisch ist die Musik dabei letzten Endes trotzdem nicht gehalten. Ein sehr prägnantes Seitenmotiv für bei eher mittleren Tempo rhythmisch interessant akzentuierte Streicher über einen leichten Holzbläsermelodie taucht an ein, zwei Stellen in der Partitur auf.

In der zweiten Hälfte wird der Film actionlastiger und somit auch die Musik deutlich temporeicher. Berühmt wurde eine halsbrecherische Flucht Steve McQueens auf einem Motorrad. In dem dazugehörigen Track „The Chase“ fährt dann Bernstein große Blechbläserattacken auf. Der Track davor ist aber auch nennenswert, weil er über spannungsgeladene Variationen des Main Title March in einem großen Crescendo fürs komplette Orchester endet.

Noch ein paar Worte zur etwas unübersichtlichen Erscheinungslage: Lange Jahre war nur eine von Bernstein dirigierte Albumeinspielung mit etwa halb so großem Orchester wie bei den Recording Sessions für die Filmtonspur erhältlich. Auf CD unter anderem von Rykodisc. Diese CD wurde dann von Varèse Sarabande wieder aufgelegt. Kurze Zeit nach dieser Wiederveröffentlichung fand man die verschollen geglaubten Originalbänder der gesamten Musik wieder. Statt bescheidener 32 Musiker hörte man hier den voluminösen Sound von 62 Sessionmusikern. Nicht mal ein halbes Jahr nach dem ReIssue des Rykodisc-Albums brachte man eine auf 3.000 Stück limitierte Auflage im Varèse CD Club heraus, die rasend schnell ausverkauft war.
Diese liegt übrigens auch dieser Rezension zugrunde. Vielleicht hätte man hier eine unlimitierte Veröffentlichung vornehmen sollen, wenn auch dann die normale Albumausgabe reichlich Staub in den Plattenläden gefangen hätte. Über ebay und ähnliche Plattformen muss man enorme Preise für das Doppel-CD-Set hinblättern. Unbedenklich zu empfehlen ist die Musik auf jeden Fall, ob man allerdings die Vermögen, die einige Leute dafür haben wollen, wirklich bezahlt, sollte man sich vorher dann aber doch gut überlegen.

Jan Titel / 11.09.08

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