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Onlinemagazin für Film und Filmmusik

Kritiken

The Brave One (Dario Marianelli)

Varese / 2007

CD

Bewertung:


    01. Erica (2:29)
    02. The Tunnel (3:51)
    03. Gun Shop (2:52)
    04. Corner-Shop (2:45)
    05. The Stranger Within (2:27)
    06. Death in the Subway (2:12)
    07. Back to the Crime Scene (2:59)
    08. On the Prowl (1:40)
    09. Alone (1:49)
    10. Death in the Car Park (2:58)
    11. No Going Back (2:44)
    12. I Saw Nobody, Nobody Saw Me (1:33)
    13. Wedding Cards (2:36)
    14. Identity Parade (2:06)
    15. Car Jam (2:59)
    16. Phone Messages (1:57)
    17. Retribution (3:00)
    18. The Aftermath (1:49)

    TT: 45 min

Rache ist eins der Dauerbrenner-Themen im Kino. Von anspruchsvollen Werken wie „Irreversibel“ oder den drei Filmen des südkoreanischen Regisseurs Chan-Wook Park („Sympathy for Mr. Vengeance“, „Oldboy“, „Lady Vengeance“) bis zu eher zweifelhafter Genreware mit Titeln wie „I Spit on your Grave“ oder Tarantinos „Kill Bill“ hat das Kino etliche Werke hervorgebracht.

Neil Jordan hat mit Jodie Foster nun „The Brave One“ gedreht, ein Film, der für sich beansprucht, kritisch mit diesem Thema umzugehen. Vielen Filmkritikern zu folge ist das wohl eher schlecht gelungen. Die Story dreht sich um eine Mittvierzigerin (Foster), deren Familie kaltblütig umgebracht wird. Auch ein Polizist (Terrence Howard) kann nicht verhindern, dass die Wut und Hilflosigkeit, mit der Situation umzugehen, ein Ventil brauchen.

Dario Marianelli hatte mit seinem Score die Aufgabe, den emotionalen Konflikt von Jodie Foster zu unterstützen; zu verdeutlichen, dass Sie nicht ohne ein schlechtes Gewissen loszieht, um ihre Peiniger umzubringen. Die Musik wirkt deswegen überwiegend melancholisch und schicksalsschwer.
Die ersten drei Tracks stellen die Hauptmotive der Partitur vor. Der erste ist dabei schon mal relativ blass – vor sich hinplätscherndes Pianogeklimper bleibt unprägnant. Der zweite Cue besteht aus anschwellenden Streicherakkorden. Eine dramaturgisch relativ unoriginelle Idee, die aber bildbezogen durchaus funktionieren dürfte. Von CD mag aber auch dieses Thema nicht allzu sehr gefallen. Der dritte Cue stellt ein eher rhythmisch organisiertes Motiv vor, dass das interessanteste der drei ist, letzten Endes aber auch die wenigsten Variationen im Laufe der Partitur durchläuft und stilistisch eher bei einem John Powell abgeguckt wirkt. Über elektronischen Drums erklingt dort ein melancholisches Cello-Solo mit einer unauffälligen Melodie. Düster-elegische Streicherpassagen wie in „Death in the Subway“ erinnern an den „Silence of the Lambs“-Streichersound eines Howard Shore. (Dessen Score war im Film hocheffektiv, als reines Hörerlebnis von CD auch eher schwach)

Der Gesamteindruck bleibt blass, da der Score weder auf der melodischen Seite viel zu bieten hat, noch besonders einfallsreiche Ideen bietet. Stattdessen bekommt der Hörer, wie in der aktuellen Filmmusik leider viel zu oft, handwerklich ordentlich gearbeitete, aber wenig inspirierte Musik vorgesetzt. Auch von Marianelli hat man schon häufiger Besseres gehört.

Jan Boltze / 02.12.07

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