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Kritiken

Star Trek V: The Final Frontier (Jerry Goldsmith)

Epic / 1989

CD

Bewertung:


    01. The Mountain (03:53)
    02. The Barrier (02:53)
    03. Without Help (04:21)
    04. A Busy Man (04:42)
    05. Open the Gates (03:02)
    06. An Angry God (06:58)
    07. Let's Get Out of Here (05:15)
    08. Free Minds (03:19)
    09. Life is a Dream (03:59)
    10. The Moon's a Window to Heaven -- Hiroshima (04:00)

    TT: 42 min

Sternzeit 1989. Im Fernsehen läuft bereits seit zwei Jahren eine „Star Trek“-Serie mit neuer Mannschaft um Captain Jean-Luc Picard. Auf der Kinoleinwand starten dennoch Captain Kirk, Spock und Co. in den Weltraum um ein weiteres Abenteuer zu erleben – diesmal eines, welches sich Kirk-Darsteller William Shatner selbst ausgedacht hat. Und das war Shatner noch nicht genug, im Regiestuhl musste er auch Platz nehmen – ohne dass er viel Erfahrung damit gehabt hätte – vorher führte er nur Regie bei ein paar Folgen der TV-Serie „T.J. Hooker“. Shatners Bemühungen gingen jedenfalls nach hinten los – unter Trekkies gilt der fünfte Teil als der schlechteste. Die verquaste Geschichte dreht sich um die Suche nach Gott im Zentrum des Universums, wo logischerweise natürlich nur das Flaggschiff der Sternenflotte, die „Enterprise“ überhaupt hin vordringen kann.

Auf der Habenseite kann der Film allerdings mit der Rückkehr von Jerry Goldsmith aufwarten, der aufgrund zu hoher Gagenforderungen ab Teil 2 der Filmreihe nicht mehr dabei war, allerdings 1987 für die „Next Generation“-Serie ein Arrangement seines „Star Trek“-Themas aus dem ersten Film als Hauptthema beisteuerte, welches natürlich auch in dem fünften Film nicht fehlen durfte. Ebenso wieder mit dabei: das „Klingonen“-Thema. Interessant auch, dass Goldsmith hier auch Alexander Courages Fanfare aus der ersten TV-Serie benutzt. Im ersten Film hatte diese zugunsten seines eigenen Themas noch links liegenlassen. Hier bildet Courages Motiv mehrmals eine gelungene Überleitung in Goldsmiths Thema. Auch stilistisch fühlt sich hier alles vertraut an.

Dafür muss man allerdings feststellen, dass der Score hinsichtlich neuer Themen und Motive ziemlich blass bleibt. Eine elegante Streicherfigur im ersten Track „The Mountain“ ist noch mit am eingängigsten. Sie wird nach den üblichen Fanfaren am Beginn des Films vorgestellt. Weitere motivische Arbeit findet sich dann in den eher spannungsgeladenen Momenten der CD, oftmals in der sehr Goldsmith-Spätwerk-typischen Ausprägung – Blechbläser, die vor allem durch rhythmische Akzentuierung anstatt durch Dissonanz Spannung erzeugen über moderat unruhigen Streichern, in wechselhaften Tonlagen eine Art „negativ besetzte“ Fanfare. Goldsmith-untypisch für das Zeitalter setzt der Maestro hier allerdings sehr viel mehr dezenter Elektronik ein, als man das sonst von ihm gewohnt war. Gelungener sind hier aber vor allem die Variationen des Klingonen-Themas, das hier öfter vorkommt. Das Highlight ist dabei sicher, wenn Goldsmith die eher rhythmische Ausprägung (siehe hierzu auch die Rezension zu „Star Trek: The Motion Picture“) in eine gemäßigte Melodie für Streicher umdeutet.

Abgeschlossen wird die CD leider von einem für das Star Trek-Universum völlig unpassenden Song im 80er-Jahre-Pop-Gewand. „The Moon Is A Window To Heaven“ wurde zwar mit von Goldsmith komponiert, wirkt aber leider trotzdem wie ein völliger Fremdkörper. Ohne den Song kommt die Disc dann auch leider nur noch auf eine Spielzeit von ca. 38 Minuten.

Es fällt gar nicht so leicht, „Star Trek V“ abschließend zu bewerten. Auf der einen Seite hatte Goldsmith zu dem Zeitpunkt dieses Scores bereits seit über 30 Jahren Kompositionserfahrung – 30 Jahre, in denen einer der kreativsten und einfallsreichsten Komponisten Hollywoods war. Daraus resultierte eine handwerkliche Routine, die in jeder Sekunde spürbar ist. Musikalische Substanz ist hier überall vorhanden. Aber gleichzeitig muss man konstatieren, dass hier die Höhepunkte zu sehr von schon vorhandenem Material abhängen und dass, was Neues beigesteuert wurde, eher unscheinbar ausfiel. Deswegen letzten Endes nur eine kleine Empfehlung bei einer Wertung von 3,5 Punkten.

Jan Boltze / 03.06.09

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