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Onlinemagazin für Film und Filmmusik

Kritiken

Spanglish (Hans Zimmer)

Varese / 2005

CD

Bewertung:


    01. Spanglish (02:45)
    02. The Beach (09:46)
    03. Welcome to the Claskys (03:19)
    04. Drunk and Disorderly (02:14)
    05. John Comes Home (01:55)
    06. Learning English (01:32)
    07. No Left (03:54)
    08. Malibu (03:16)
    09. Cooking (01:24)
    10. Bus Stop (05:09)
    11. They Can't Take That Away From Me -- Cloris
    Leachman and Ian Hyland (03:00)

    TT: 38 min

Der neue James L. Brooks Film “Spanglish” bringt der Filmmusikgemeinde wieder einen neuen Score des Deutschen Hans Zimmer - in einem Genre, welches er in der Vergangenheit mit durchaus netten und anhörbaren Musiken beackert hatte. Wie bei zwei der vorherigen Brooks-Komödien, “As Good As It Gets” und “Ill Do Anything” und zuletzt dem Ridley Scott Film “Matchstick Men” konnte man auf “Spanglish” deutlich gespannter sein als auf viele der kommerziellen Action- und zuletzt auch Historienstoffe, die Zimmer vertonte. Interessanterweise sind diese oft deutlich stärker synthetisch überformt und weniger einfallsreich ausgearbeitet, zuletzt erwies sich “King Arthur” gar als äußerst banales Pop-Sinfonik-Machwerk.

In “Spanglish” treffen zwei Welten aufeinander, die wunderbar perfekte amerikanische Familie von Adam Sandler und Tea Leoni und eine taffe mexikanische Einwanderin (Paz Vega) und ihre Tochter, die als Haushaltshilfen eingestellt werden. Die Sprachbarrieren sind nur anfangs sinnbildlich für die Unterschiede, im Verlaufe der Handlung häufen sich die komischen und chaotischen Reibereien und Verwicklungen - die babylonische Sprachverwirrung und andere Hindernisse quasi.
Für den Score stellte Zimmer ein erprobtes Ensemble zusammen, zu dem neben dem kleinen Orchester ein Klavier, Gitarren, Schlagzeug, Solisten und - sehr wenig - der Synthesizer gehört. Angesichts des spanisch-mexikanischen Anstriches der Story bot sich natürlich eine Betonung der Gitarrenparts an, einerseits in der Begleitung, aber auch in vielen Melodiepassagen, wie dem eröffnenden Titel “Spanglish”. Dies ist zwar im Prinzip Abspulen musikalischer Klischees, aber es ist charmant eingearbeitet und von Heitor Pereira exzellent gespielt. Das Orchester ergänzt die Gitarrenparts sehr organisch, vor allem die Streicher in hörbar mehrstimmig ausgefeilten, markanten Ostinatifiguren lassen das Ganze als stimmungsvolles Kolorit überzeugen. Hier zeigt Zimmer auch mal wieder merklich mehr Feinsinn und Raffinesse als bei manch anderer grobschlächtiger Epenvertonung.

So fließt denn die “Spanglish” Musik locker und unterhaltsam über eine gute halbe Stunde Laufzeit. Der Ton bleibt verhalten, zuweilen verspielt, aber mit weniger Hang zum Mickey Mousing als “Matchstick Men”. Betont werden vor allem die Streicher, hinzu kommen recht schöne Soli von Cello und Violine, immer im Wechsel mit Klavier und Gitarre. Die Streicher wechseln oft in ein reizvolles Pizzicato, was zusammen mit der Gitarre etwas Leben in die Partitur bringt. “No Left” lässt sogar schwungvoll die ‘spanischen’ Percussions wirbeln.

Fazit: Locker, luftig und unterhaltsam. “Spanglish” ist keineswegs essentiell, aber als netter Zwischendurch-Happen durchaus zu empfehlen. Gut gemacht ist er allemal.

Jan Titel / 31.01.07

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