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Onlinemagazin für Film und Filmmusik

Kritiken

Sky Captain And The World Of Tomorrow (Edward Shearmur)

Sony / 2004

CD

Bewertung:


    01. The World Of Tomorrow (01:07)
    02. The Zeppelin Arrives (01:53)
    03. The Robot Army (03:01)
    04. Calling Sky Captain (03:26)
    05. Back At The Base (02:49)
    06. The Flying Wings Attack (06:31)
    07. An Aquatic Escape (02:29)
    08. Flight To Nepal (04:38)
    09. Treacherous Journey (02:22)
    10. Dynamite (02:26)
    11. Three In A Bed (00:57)
    12. Finding Frankie (05:02)
    13. Manta Squadron (06:33)
    14. H-770d (01:14)
    15. Flying Lizard (01:06)
    16. Totenkopf's Ark (05:01)
    17. Back To Earth (03:14)
    18. Over the Rainbow -- Jane Monheit (03:54)

    TT: 58 min

Sky Captain and The World Of Tomorrow” markiert vielleicht einen weiteren Schritt des britischen Komponisten Edward Shearmur in die obere Liga der Filmkomponisten Hollywoods. Der 1966 in London geborene Shearmur komponiert seit gut 10 Jahren für das Kino und konnte sich seit seinem ersten Achtungserfolg “The Wings Of The Dove” (1997) Stück für Stück auf der Karriereleiter nach oben kämpfen. Erwähnenswert sind seine Musiken zu “Jakob der Lügner” (1999), “The Count Of Monte Christo” (2002), “Reign Of Fire” und “Johnny English” (beide 2003). Nach der Beziehungskomödie “Laws Of Attraction” ist “Sky Captain” der zweite Score im Jahre 2004 für Shearmur - und bisher sein größtes Projekt. Das mit einem reichhaltigen Budget ausgestattete Sci-Fi-Spektakel war reich an pompösen Actionsequenzen, stilisierten Bildern und markanten Charakteren, eine für den jungen Komponisten geradezu ideale Spielwiese.

Sein Vertonungskonzept knüpft stilistisch stark an Vorbilder von John Williams wie “Superman” oder den “Star Wars” Musiken an. Durch diese prägende stilistische Grundlage ist auch eine Nähe zu den Musiken James Horners ("Star Trek 2” oder “The Rocketeer") nicht zu verkennen, Anleihen an den epischen Bombast des Golden Age sind hier ähnlich wie bei “Cutthroat Island” ebenfalls vorhanden. Doch erweckt “Sky Captain” bei weitem nicht den Eindruck einer bloßen Stilkopie der genannten Vorbilder, Shearmur bewegt sich vielmehr sicher auf dem bekannten Terrain und weiß mit einer ausgefeilten Orchestration, markanten Themen und einem kleinen Augenzwinkern eine gelungene Hommage an die Superhelden-Musiken der Vergangenheit zum Leben zu erwecken.

So teilt sich die Musik denn auch in mehrere klassische Vertonungsmuster auf. Dem Helden des Films ist das fanfarenartige Hauptthema zugeordnet, das gleich zu Beginn der CD erklingt. Es ist im Gestus deutlich an “Superman” orientiert und dementsprechend kraftvoll für Blechbläser instrumentiert. Das Thema ist geschickt konzipiert, da es markante Phrasen in kurzem Abstand leicht variiert wiederholt und damit schwungvolle Steigerungen im Arrangement zulässt. Begleitet wird das Thema häufig von einem Marschrhythmus, der aus Blech und Percussions seine elegante Kraft gewinnt.
Zwei weitere markante Themen schließen den Kreis der handelnden Personen, das schwelgerische Love Theme und der militärische Marsch für den Bösewicht. Für ersteres stehen wieder die williamsschen Love Themes von “Princess Leia” bis “Across The Stars” Pate, eine Referenz zu den Vorbildern im Golden Age von Max Steiner oder Franz Waxman ("Prince Valiant") ist somit inklusive. Hauptsächlich für den vollen Streicherapparat und Solo (einmal wunderbar vom Horn) geschrieben, ist es ein elegantes, weit ausschwingendes und schön orchestriertes Thema. Das Thema für Dr. Totenkopf erscheint an mehreren Stellen innerhalb der Actioncues und präsentiert sich als kurz angebundes, zackiges Marsch-Motiv für Blech und Percussion. Hier zeigt Shearmur auch Talent für die thematische Verarbeitung, denn vor allem die beiden kräftigen Themen werden in den die CD zu großen Teilen ausfüllenden Actionstücken gut eingewoben und vor allem in der Instrumentierung variiert. Hier erweist sich Shearmur, auch mit Unterstützung des routinierten Robert Elhai, als versierter und vielfältiger Orchestrator.

Fazit: Shearmur ist mit dieser Arbeit eindeutig ein unterhaltsamer, thematisch prägnanter und gut orchestrierter Score gelungen. Die Einspielung mit dem London Metropolitan Orchestra ist kraft- und klangvoll, der CD-Schnitt mit Betonung auf die Action recht flott. Das spricht für blitzsaubere 4 bis 4,5 Sterne, mit einem gutgemeinten Symphatiebonus kann man die höhere Wertung bedenkenlos vergeben.

Jan Zwilling / 31.01.07

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