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Onlinemagazin für Film und Filmmusik

Kritiken

Shrek The Third (Harry Gregson-Williams)

Varese / 2007

CD

Bewertung:


    01. The Royal Treatment (02:31)
    02. Fatherly Dreams (02:19)
    03. The Frog King Dies (02:51)
    04. Another Adventure (02:33)
    05. Little Ogre Feet (01:53)
    06. Worcestershiree? (01:53)
    07. Charmed & Dangerous (03:25)
    08. Artie’s Sob Story (01:33)
    09. A Warm & Fuzzy Navel (02:17)
    10. The Campfire (01:34)
    11. The Hook Attack (01:22)
    12. Merlin (01:48)
    13. The Trip Home (02:15)
    14. Princess Resistance (02:26)
    15. The Dressing Room (02:19)
    16. The Show Begins (02:03)
    17. King Arthur (03:30)
    18. (Almost) Alone At Last (02:01)

    TT: 41 min

Es scheint der Sommer der dritten Teile zu werden. Mit den bisher alles dominierenden Kassenschlagern „Spider-Man 3“ und „Fluch der Karibik 3“ setzt sich der für Hollywood leider sehr lukrative Trend fort, mit einem fertigen Konzept und entsprechender Finanzpower garantierte Erfolge zu züchten. Noch erweist sich dies als so gewinnbringend, dass wir im nächsten Jahr wohl den Sommer der vierten Teile erwarten können.
Ebenfalls zum dritten Male entert der Oger Shrek die Leinwand. Mit dem dritten Teil der computeranimierten Comedy setzt auch Dreamworks auf sein zugkräftigstes Pferd und konnte wieder alle Erfolgsgaranten der ersten beiden Folgen vereinen. Die Schauspieler Myers, Diaz, Murphy, Banderas, Andrews, Everett und Cleese, Autor Andrew Adamson und auch Komponist Harry Gregson-Williams sind wieder mit an Bord. Betrachtet man den sehr gelungenen zweiten Teil, dann lässt sich der Filmstart noch optimistischer erwarten als es bei den anderen Blockbustern dieses Jahr der Fall war.

Die Geschichte um Shrek und seine Prinzessin Fiona wird nahtlos weitererzählt. Als die Tage des Königs von „Far Far Away“ sich dem Ende neigen und Shrek mit dem Gedanken, das Erbe antreten zu müssen, konfrontiert wird, macht er sich daran, den rebellischen Neffen des Königs, Artie, für den Posten zu gewinnen. Da alle alten Charaktere mit an Bord sind, dürfte sich das Filmkonzept in amüsanter Überraschungslosigkeit erschöpfen. Gemäß dem Leitspruch „never change a winning team“ wurde auch Gregson-Williams mit der Musik betraut, sorgte aber für eine nicht unbeträchtliche Überraschung.

Sein Konzept für die Musik entfernte sich relativ weit von dem bekannt gewordenen Klang der vorangegangen Teile und baut auf eine Reihe von szenisch ausgewählten Einzelstücke, in die subtil Referenzen an bekannte Themen eingebaut wurden. In bekannter Fassung sind nur das traurige Cellothema und das Finale aus dem ersten Teil kurz zu hören. Das Princess-Thema und das Flug-Thema werden aber in erstaunlich vielen Tracks verarbeitet, was einem aufgrund der hintergründigen Einarbeitung beim ersten Querhören durchaus entgehen kann.
Eröffnet wird die Musik von einem herzlichen spätbarocken Arrangement, das das Leben bei Hofe einfängt. Es ist im Stile eines Konzertes für Flöte und Streicher orchestriert, mit dem sich gegen Ende erweiternden Arrangement wird ein stilistischer Bogen zu Mozart geschlagen. Fast mittelalterlich anmutende Fanfaren leiten über zu einem sehr klassischen zweiten Teil. Hier bewegt sich Harry Gregson-Williams orchestral sehr sicher zwischen Mozart und Rossini. Klassisch geht es auch weiter, wenn direkt im Anschluss das elgarsche „Pomp and Circumstance“ zitiert wird (König Harold wünscht sich wohl auch ein „Land Of Hope and Glory“).

Im weiteren Verlauf wartet die Musik mit sehr vielen verschiedenen Stilrichtungen auf, die aber sehr schön verflochten sind und aufgrund der überraschend vielschichtigen Orchestrationsleistung Gregson-Williams’ sehr überzeugend klingen. Schwermütige Streicherlagen stehen neben fast renaissanceartigen Bläserstafetten in „Another Adventure“, für einige Stellen komponierte Gregson-Williams Mickey Mousing nah an den Cartoon-Standards von Carl Stalling. Der Zauberer Merlin bekommt ein thereminartiges Synthesizer-Äquivalent, während der Gestiefelte Kater auf seine Gitarrensignatur weitestgehend verzichten muss. Zu guter Letzt kommt auch ein an modernen Beat-Standards orientiertes Stück zu Gehör, es untermalt den Einsatz der „Princess Resistance“ mit einer mit E-Gitarren, Beats und Synthesizer aufgepoppten Version des Prinzessinenthemas.

Ingesamt präsentiert sich „Shrek The Third“ als eine wunderbare flüssige, durchhörbare Musik, die leichtfüßig romantische Spielereien mit vielen barocken bis klassischen Anspielungen würzt. Insofern ist es eindeutig von allen Shrek-Teilen die Musik, die von CD den besten Eindruck macht und dies ist im Zeitalter der ewig wiederkehrenden Filmkonzepte und nach der eher dublettenhaften Musik des zweiten Teils schon eine Überraschung. Da auch die Aufnahmequalität einwandfrei ist, steht einem kurzweiligen Genuss nichts im Weg. 

Jan Zwilling / 15.06.07

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