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Kritiken

Rush Hour 3 (Lalo Schifrin)

Varese / 2007

CD

Bewertung:


    01. Main Title – Rush Hour Theme (performed by Lalo Schifrin and Salaam Remi (1:27)
    02. The World Court (2:10)
    03. Chasing The Assasin (4:19)
    04. Su Yung Returns / Dojo Arrival (2:11)
    05. Giant Kung Fu (2:34)
    06. Hospital Gunfight (2:47)
    07. Hiding Su Yung / Two Americans in Paris (1:49)
    08. Dragon Lady (1:55)
    09. Bikers (2:48)
    10. In The Sewers (2:52)
    11. Reynard’s Plea (1:39)
    12. With Genvieve (3:10)
    13. Shi Shen (2:17)
    14. Eiffel Tower Meeting (4:27)
    15. Swordfight (4:32)
    16. Farewell to Kenji (2:35)
    17. The Return of the Triads (2:24)
    18. Parachute Down (2:14)
    19. Rush Hour Theme Remix (Remix by Ruy Folguera and Ryan Schifrin) (2:35)

    TT. 51 min

Fortsetzungen wo man hinschaut. In Sachen Einfallsreichtum hat sich Hollywood dieses Jahr nicht gerade mit Ruhm bekleckert. So überrascht es auch nicht weiter, dass die Actionkomödie „Rush Hour“ mit Jackie Chan und Chris Tucker bereits zum zweiten Mal neu aufgelegt wurde.

Erfreulich am ersten Teil war vor allem, dass Lalo Schifrin für den Film engagiert wurde. Der hatte zwar schon vorher mit Regisseur Brett Ratner gearbeitet, war aber relativ von der Bildfläche verschwunden und zehrte von dem Ruhm vergangener Tage, in denen „Mission: Impossible“ und „Dirty Harry“ von Schifrin vertont wurden.

Das Hauptthema des dritten Teils (die ersten beiden sind mir nicht bekannt, vielleicht ist es dort also auch das „Main Theme“) hat deswegen auch einen schönen Retro-Touch, den klassischen Orchester- und Bigband-Sound, der in den 60er Jahren durch Leute wie Schifrin oder John Barry bei den Bond-Filmen entwickelt wurde.
Mit asiatischen Musikelementen verweist die Musik auf Jackie Chans Charakter, französische Klischees für den Schauplatz Paris kommen nur recht selten zum Tragen. Alles wirkt, als ob es mit gekonnter Altersroutine ausgearbeitet worden ist. Auch die zahlreichen Actiontracks können handwerklich den Schema-F-Hollywood-Actionscores das Wasser reichen.  Rhythmische Komplexität erreicht Schifrin durch Temple Blocks, Xylophone und diverse anderen Percussions, die die Stücke jenseits der üblichen Pauken-und-Trompetenklischees vorantreibt. Elektronik kommt (abgesehen von einem E-Bass) kaum zum Einsatz.
Relativ zündend ist auch das motivische Material für die Schurken. Es besteht nur aus einem Tremolo der tiefen Streicher, angereichert um ein paar Flötensounds und einem mehrmals wiederholten Ton eines asiatischen Zupfinstruments.

Schifrin steht dazu, einer von der alten Schule zu sein und biedert sich nicht an einen Media Ventures-Sound an, um zeitgemäß und hip zu wirken. Ganz haben die Produzenten aber nicht drauf vertraut und bei Lalo Schifrins Sohn Ryan einen Techno-Remix des Hauptthemas in Auftrag gegeben, der in Zusammenarbeit mit besagtem Electronic Music Advisor Ruy Folguera entstand. Dadurch das das Hauptthema sehr prägnant ist, fällt aber der Track dabei nicht komplett aus der Reihe.
Gleichwohl handelt es sich hier trotzdem nicht um einen späten Geniestreich von Schifrin, dazu verlässt er sich zu sehr auf bewährte Rezepte. Zu einer leicht überdurchschnittlichen Wertung reicht es aber in jedem Fall.

Jan Boltze / 21.10.07

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