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Onlinemagazin für Film und Filmmusik

Kritiken

Green Zone (John Powell)

Varèse / 2010

CD

Bewertung:


    01. Opening Book (02:32)
    02. 1st WMD Raid (02:39)
    03. Traffic Jam (02:59)
    04. Meeting Raid (04:31)
    05. Helicopter / Freddy Runs (02:43)
    06. Questions (03:26)
    07. Miller Googles (01:53)
    08. Truth / Magellan / Attack (03:50)
    09. Mobilize / Find Al Rawi (05:15)
    10. Evac Preps Part 1 (08:34)
    11. Evac Preps Part 2 (03:22)
    12. Attack and Chase (05:25)
    13. WTF (01:15)
    14. Chaos / Email (04:17)

    TT: 52 min

„Bourne 3 ½“ lauteten einige spöttische Kommentare, als der Trailer zu Paul Greengrass’ neuen Film im Internet auftauchte. In der Tat gab es dort bereits viel Altbewährtes zu sehen: Matt Damon als Actionheld und Wackelkameralook servierte das Team Damon / Greengrass bereits ausgiebig (und zugegebenermaßen formvollendet) in den Bourne-Filmen, besonders im dritten Teil, dem „Bourne Ultimatum“. Wenn Greengrass nicht aufpasst, wird sein Stil aber schnell als formelhaft und nicht als formell herausragend wahrgenommen. Bei der Kritik war die Begeisterung dann diesmal auch eher mäßig; richtig schlecht wurde der Film über den US-Einsatz im Irak und die Lüge um die Massenvernichtungswaffen in Saddams Beständen zwar nirgendswo aufgenommen, aber euphorisch waren die Stimmen dazu auch in den allerwenigsten Fällen.

Ebenso altbewährt wie Hauptrolle und filmische Stilismen ist der Score von John Powell – und ebenso droht hier die Wahrnehmung als formelhaft. Genau wie in den Bourne-Filmen gibt es hier viel mehr oder weniger exotisches Schlagwerk, Drumloops und ähnliche Synthetik und Streichereinlagen – alles wie man es aus „Paycheck“ oder den Bourne-Filmen kennt. Der leicht generische Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass dem Score prägnante Motive völlig fehlen. Wo die Bourne-Musiken durch Motive und die rhythmisch spannenden Streichereinlagen zusammengehalten wurden, kriegt man hier einen Track nach dem anderen zu hören, bei denen die Streicherostinatos formal vollkommen blass ausfallen und viel Schlagwerk auch nicht das Fehlen eines roten Faden kaschieren kann. Auch die rhythmische Ausgestaltung bleibt deutlich weniger prägnant als in den „Bourne“- Vorbildern. Wenn Powell ein paar Orientalismen ausarbeitet, um dem Setting im Irak Rechnung zu tragen, werden die Cues phasenweise interessanter. Powell erreicht dies hauptsächlich durch das Hinzufügen folkloristischer Instrumente und orientalische Harmonien in der Streicherarbeit. Charakteristisch dafür ist sicher der Track „Helicopter / Freddy Runs.“
Das ändert aber insgesamt nichts daran, dass der Gesamteindruck doch eher auf relativ uninspirierte Routinearbeit hindeutet, die nur für Powell-Komplettisten wirklich unverzichtbar ist.

Jan Boltze / 18.05.10

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