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Onlinemagazin für Film und Filmmusik

Kritiken

Bless The Child (Christopher Young)

GPND / 2000

CD

Bewertung:


    01. Introitus (Entrance) (8:28)
    02. Kyrie Eleison (Lord Mercy Have Upon Us) (11:53)
    03. Dies Irae (Day of Wrath) (12:48)
    04. Agnus Dei (Lamb of God) (13:22)
    05. Lux Aeterna (Eternal Light) (6:44)

    TT: 53 min

Christopher Youngs noch relativ junge Karriere begann mit der Musik zu diversen Horrorfilmen. Höhepunkte seines Frühwerkes dürften die Musiken zu “Hellraiser” und „Hellbound: Hellraiser II“ darstellen. Seitdem wird er immer wieder gerne für ähnliche Projekte engagiert. So auch für Charles Russells Okkultismus-Thriller “Bless The Child” (auf Deutsch: Die Prophezeiung), der mit wenig Erfolg bei Kritik und Publikum in die Kinos kam und nun sein Dasein in den hintersten Ecken der Videotheken fristen muss. In der Story geht es darum, dass Satan die Seele von einem kleinen Mädchen übernehmen will, wogegen sich die Mutter (Kim Basinger) mit allen Mitteln zu wehren versucht.

Christopher Young, der bei David Raksin studierte, schrieb einen sehr düsteren Score, der ähnlich der oscargekrönten Musik Goldsmiths zu “The Omen”, auf düstere Instrumentierung, einem Chor und einem Sopran singenden Jungen, die religiöse Texte darbieten, basiert. Wo Goldsmith das düstere „Ave Satani“-Thema nur äußerst selten mit seinem romantischen Familienthema durchbrach, gibt es in Youngs Partitur regelmäßig „hellere“ Passagen für die Mächte des Himmels, die äußerst klangschön ausgefallen sind. Besonders der letzte Track enthält einige sehr schöne Choralpassagen.
Die Orchestrierung ist teilweise von der polnischen Avantgarde inspiriert und dissonant, und wartet mit schrillen Blechbläsern und sehr “flächigen” Choreinsätzen auf. Gleich der erste Track schafft eine sehr bedrückende, schicksalsschwere Stimmung mit Kirchenglocken, tiefen Männerstimmen und einem fragil-zartem Glockenspiel als Kontrast dazu. In anderen Momenten hingegen ist die Musik sehr melodiös und lyrisch, was aber nicht verhindert, dass sie doch in den meisten Momenten sehr unheimlich klingt.

Aber es gibt eben auch die helleren Passagen, die vor allen aus Chor und harmonischen Streicherteppich bestehen und recht schön geraten sind. Youngs Score bezieht seine innere Geschlossenheit mehr aus der Instrumentierung und dem gesamten Konzept, als durch Melodien mit Wiedererkennungswert. Ein paar kleinere Motive tauchen hin und wieder auf, so zum Beispiel eine kleine Klavierphrase in den düsteren Momenten des Scores.

Die CD enthält nur 5 längere Tracks, zu denen diverse kurze Cues zusammengefasst worden sind, was für eine erstaunlich gute Durchhörbarkeit sorgt.

Fazit: Mehr als eine 4-Sterne-Wertung ist nicht drin, dafür ist „Bless the Child“ letztendlich konzeptionell zu dicht an Horrorfilmstandards, die seit “The Omen” etabliert sind. Dabei trägt Youngs überdurchschnittliches handwerkliches Können aber trotzdem zu einem positiven Gesamteindruck bei.

Jan Boltze / 31.01.07

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