Kritiken
Alien Vs. Predator Requiem (Brian Tyler)
Varese / 2007
Bewertung:

Fortsetzungen ohne Ende. Da man in Hollywood lieber Franchises produziert als Filme gehen Filme schon mal in neue Runden. Erzählerisch macht das ganze selten Sinn, dient eher dem schnellen Geld. 20th Century Fox konnte wohl Sigourney Weaver nicht mehr zu einem 5. Film überreden, deswegen kam man auf die Idee, das Alien auf ein anderes SciFi-Monster, dessen Rechte beim Studio lagen, treffen zu lassen: dem Predator. Trotz schwacher Filmkritiken wollten genügend Leute den ersten Film sehen, um eine Fortsetzung rechtzufertigen, die jetzt in den Kinos läuft. Regie führten zwei ehemalige Visual Effects-Designer, die Brüder Greg und Colin Strause. Die Filmkritiker ließen kein gutes Haar an dem Streifen. So sollen die Charaktere völlig flach, die Inszenierung grob und voller handwerklicher Fehler sein, und der Film letztendlich kaum spannend.
Für die Musik wurde Brian Tyler engagiert, der im Gegensatz zu Harald Kloser beim ersten „AvP“-Teil beschloß, Anspielungen auf die Musiken von Goldsmith, Horner, Goldenthal, Frizzell und Silvestri einzubauen. Eher ein schlechtes Zeichen für Tylers Arbeit ist es, dass diese Momente auch schon die besten der CD ausmachen.
Der Score orientiert sich stilistisch dabei am ehesten an John Frizzells Musik, erinnert stellenweise aber auch an Tylers Musik für den Horrorfilm „Darkness Falls.“ Das bedeutet für den Hörer im Endeffekt dröhnende Actionmusik, mit viel pompösem Paukengedonner über hektischen Streicherdissonanzen. Eine thematisch-motivische Verarbeitung von bestimmten Motivgedanken sucht man dort meistens vergeblich. Tylers eigenes Motiv für den Film ist aber auch selbst nicht überzeugend genug, um als Rückgrat für den Score herzuhalten. So dominiert ausschließlich das aggressive Spiel aus Streichern, Blech und Pauken. Selbst in langen Cues (ein Cue ist sogar über 13 Minuten lang) findet keinerlei Ausarbeitung nennenswerter musikalischer Ideen statt.
Besonders schwer wiegt, dass die dauerlärmende Partitur über die von Varèse gut gemeinten 70 Minuten Spielzeit aufgrund der schwachen musikalischen Struktur schnell ermüdend wirken. Die Momente, die einen Stimmungskontrast dazu bilden, kommen auf keine Handvoll Minuten an Spielzeit. Was damit letztendlich bleibt, sind ein paar nett eingestreute Hommagen, viel mehr aber auch nicht. Ein selbst zusammengestellter Albumschnitt aus 30 Minuten dürfte hier noch ein Quentchen besser wirken als das Album in seiner Gesamtheit, aber auch so muss man konstatieren, dass hier nicht allzuviel Substanz vorhanden ist. Das Niveau von Goldsmith, Horner, Goldenthal und Silvestri wird jedenfalls zu keiner Zeit erreicht, und auch der Alienscore von Frizzell konnte mehr überzeugen, obwohl der schwächste der Original-Filmreihe.
Jan Boltze / 16.01.08
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