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Onlinemagazin für Film und Filmmusik

Kritiken

Alien vs Predator (Harald Kloser)

Varese / 2004

CD

Bewertung:


    01. 1904 (1:16)
    02. Alien Vs. Predator Main Theme (3:29)
    03. Antarctica (2:19)
    04. Bouvetoya Island (2:09)
    05. Down the Tunnel (1:02)
    06. Hanging Bodies (1:45)
    07. Southern Lights (1:40)
    08. Predator Space Ship (1:11)
    09. The Pyramid (1:11)
    10. Temple (1:10)
    11. Dark World (2:56)
    12. History of the World (3:20)
    13. Alien Fight (3:14)
    14. I Need This (1:45)
    15. Weyland’s End (:56)
    16. Alien Queen (1:37)
    17. Showdown (3:23)
    18. The End… Or Maybe Not (3:30)

    TT: 47 min

Hollywood hat leider den Hang dazu, nicht dann aufzuhören, wenn es am schönsten ist. Nicht nur bei „Matrix“ sondern bei fast jedem Big Budget-Projekt, das irgendwie seine Kosten wieder einbringt, werden Sequels und neuerdings auch „Prequels“ gedreht. Das Interesse dabei gilt meistens reiner Geldmacherei und nicht der Weiterentwicklung einer Geschichte- für die Studiobosse sind Filme Franchises geworden- große Vermarktungsmaschinerien für Softdrinks, Sammelkarten, Videospiele usw. In den meisten Fällen führt das ganze zu inhaltlich sehr enttäuschenden Filmen.

Bei Fox hatte man jetzt die clevere Idee (die es zugegebenermaßen vorher schon in 2 Computerspielen und einer Comic-Serie gab) zwei erfolgreiche Filmserien, deren Rechte man besaß, in einem Film unterzubringen- die Alien-Reihe und die Predator-Reihe- die bis auf gewalttätige Monster überhaupt nichts miteinander gemein haben.
Paul W.S. Anderson, dessen einziges einigermaßen nennenswertes Projekt der atmosphärisch dichte Sci-Fi-Schocker „Event Horizon“ war, und der sonst C-Movies à la „Resident Evil“ betreut hat, wurde als Regisseur verpflichtet und schrieb auch die Story für den Film. Wenn man amerikanischen Kritikern glauben darf, ist ihm dies jedoch ziemlich misslungen. Besonders gute Einspielergebnisse hat der Film in Amerika dann auch nicht erreicht. Allerdings haben sich die Filmemacher, wie es nach dem letzten Tracktitel der CD scheint, wieder eine Möglichkeit für ein Sequel offen gehalten.

Für den Score wurde Harald Kloser engagiert, der dieses Jahr mit „The Day After Tomorrow“ seinen großen Durchbruch erlebte. Viel Anlass gab es dazu eigentlich nicht, bestand „The Day After Tomorrow“ doch vor allem aus diversen, vom Temp Track vorgegebenen Stilkopien. Dennoch konnte man einigermaßen gespannt sein, was Kloser für die Weltraummonster abliefern würde- denn bisher hatten die Alien- und Predatorfilme eigentlich immer solide bis exzellente Musik, wenn man von dem etwas lärmenden Score zu „Alien: Resurrection“ einmal absieht. Doch gerade an das Qualitätsniveau des Letztgenannten knüpft Kloser an. In den Suspense- und Schockmomenten setzt der Österreicher auf abgegriffene Standards wie dröhnendes Schlagwerk und schrille Streicher. Um den ganzen einen moderneren Anstrich zu geben, arbeitet Kloser in den meisten Momenten auch viel Elektronik und Drumloops ein- ohne jedoch ein wirklich überzeugendes Ergebnis damit zu erreichen. Das haben in letzter Zeit David Arnold oder Marco Beltrami überzeugender hin bekommen, oder auch Michael Kamen in Verbindung mit der Gruppe „Orbital“ für Andersons „Event Horizon.“
In den wenigen ruhigeren Momenten fällt Kloser auch nicht besonders viel ein- Celli sorgen für eine düster- angespannte Stimmung. Klavier und Flöte sorgen für ein wenig Atmosphäre, kalte Klangfarben dominieren das Geschehen- spielt der Film doch in der Antarktis.

Einen kleinen Pluspunkt bietet der Score jedoch- das Main Theme ist recht anhörbar geraten- leider wird es viel zu selten zitiert und variiert, wenn auch teilweise in einigen mit Oberflächenreizen angereicherten Momenten für volles Orchester und Chor, oder als sehr schönes Zitat für die Celli. In den meisten Momenten dominiert jedoch das leider ziemlich uninteressante Action-Scoring, so dass diese CD letzten Endes keine Empfehlung verdient. 

Jan Boltze / 28.02.07

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