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Onlinemagazin für Film und Filmmusik

Kritiken

21 Grams (Gustavo Santaolalla)

Varese / 2003

CD

Bewertung:


    1. Do We Lose 21 Grams? (2:28)
    2. Can Things Be Better? (1:16)
    3. Did This Really Happen? (1:02)
    4. Cut Chemist Suite -- Ozomatli (4:32)
    5. Should I Let Her Know? (1:27)
    6. Can Emptiness Be Filled? (1:05)
    7. Shake Rattle and Roll -- Benicio del Toro (6:09)
    8. Can I Be Forgiven? (1:37)
    9. Low Rider -- WAR (3:08)
    10. Is There A Way To Help Her? (0:45)
    11. Does He Who Looks for the Truth, deserve the Punishment for finding it? (1:41)
    12. You’re Losing Me -- Ann Sexton(2:17)
    13. Can Dry Leaves Help Us? (3:53)
    14. Can We Mix the Unmixable? (Remix) (1:59)
    15. Can Light Be Found in the Darkness? (2:22)
    16. When Our Wings Are Cut, Can We Still Fly? -- Kronos Quartet (2:27)

    TT: 38 min

Dass Alejandro Gonzalez Inarritus zweiter Film bereits mit internationalem Geld und berühmten Schauspielern wie Sean Penn und Benicio del Toro gedreht wird, kommt nach dem großen Erfolg von „Amores Perros“ bei Publikum und Kritik, der auch zu einer Oscar-Nominierung in der Kategorie „Bester nicht-englischsprachiger Film“ führte, nicht überraschend.

Der Titel bezieht sich darauf, dass der Körper 21 Gramm leichter wird, wenn ein Mensch stirbt. Fragen nach dem Sterben werden in dem Film thematisiert.
Die Schicksale mehrerer Menschen sind, bereits wie in „Amores Perros“ und auch in dem auf „21 Gramm“ folgenden „Babel“ kunstvoll miteinander verknüpft.
Dies verlangt nach einer eher schwermütigen Musik, die der Argentinier Gustavo Santaolalla beisteuert. Er hatte auch schon die Musik zu „Amores Perros“ geschrieben. 2006 gewann er den Oscar für seinen ähnlich gestrickten Score zu „Brokeback Mountain“, der sich allerdings relativ schamlos bei dem Hauptthema aus Horners „Apollo 13“ bediente.

Vor seiner Filmmusikkarriere war Santaollala hauptsächlich als Kopf der lateinamerikanischen Bluesband „Arco Iris“ berühmt, die er 1967 mit begründetete.

Blues ist auch die Grundlage für den Score zu „21 Grams“. Gitarren in verschiedenen Ausprägungen sind die wichtigsten Instrumente dieser Musik, seien sie elektrisch verstärkt oder akustisch. All diese Instrumente hat der Komponist für den Soundtrack selber eingespielt, ebenso wie ein Harmonium, das den ganzen fast einen improvisierten Charakter gibt, was durch die einfach gehaltenen Begleitstimmen (ein sehr kleines Streichorchester und gelegentlich ein paar wabernde Synthie-Sounds) noch unterstützt wird. Im Finaltrack setzt Santaolalla sogar den edlen Klangkörper des Kronos Quartets fast ausschließlich zur Begleitung seiner Gitarren- und Harmonium-Solos ein. Doch die hohen technischen Fertigkeiten dieses Quartetts werden dort nicht wirklich gefordert, da die Musik überwiegend sehr einfach gehalten ist.

Zusätzlich zu etwa 24 Minuten reinen Scores sind noch 4 Songs auf der CD enthalten, die in der Qualität sehr unterschiedlich geraten sind. Am uninteressantesten geraten ist dabei das Hip Hop- Stück „Cut Chemist Suite“ von der Band Ozomatli. Ein Highlight der CD hingegen ist das neue Arrangement des berühmten Elvis Presley -Songs „Shake, Rattle and Roll“, bei der der Text von Benicio del Toro mit seiner tiefen Whiskey-Stimme gesprochen wird, begleitet nur von einem konstanten Rhythmus und diversen Sounds, bei denen es sich scheinbar um irgendwelche gefundenen Metallgegenstände handelt, auf denen Santaolalla improvisiert. Der Song selbst kommt nicht im Film vor, sondern wurde nach einem durchzechten Abend (wie der Regisseur des Films im Booklet erklärt) in den Sun Studios in Memphis (dort, wo Presley das Original aufnahm) konzipiert und spontan aufgenommen.

Es fällt ein bisschen schwer, diese Musik adäquat zu bewerten. Mir persönlich gefällt sie durchaus gut, und auch im Film ist sie sehr wirkungsvoll. Insgesamt ist die Musik jedoch zu einfach gestrickt, um eine Wertung von 3 Sternen oder höher zu rechtfertigen. Lesern, die neben Filmmusik gerne auch Blues hören, sei diese CD an dieser Stelle trotzdem empfohlen.

Jan Boltze / 25.02.07

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