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Komponisten

Michael Nyman

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Michael Nyman wurde am 23. März 1944 in London geboren. Er studierte Klavier und Musikgeschichte am Royal College of Music und dem King’s College in London. Nach dem Abschluss seines Studiums hatte Nyman die Lust am Komponieren verloren, weil der Zwang, zeitgenössische atonale Musik zu komponieren Nyman nicht passte. In einem Interview sagte Nyman: Als Student [...] schrieb ich im Stil von Paul Hindemith und Dimitri Schostakowitsch. Dann kam ich in Kontakt mit der Manchester Schule – Peter Maxwell Davies, Harrison Birtwistle und Alexander Goehr – und es war nicht nur ein absolutes Gebot, serielle Musik zu schreiben, sondern auch alle andere Musik, die nicht seriell war, als die Musik von Idioten zu betrachten. [...] ich schrieb nicht eine einzige Note von 1964 bis 1976, weil ich mich nicht damit abfinden konnte, serielle Musik zu schreiben.“

In einer Rezension der Komposition „The Great Digest“ des Komponisten Cornelis Cardew nutzt Nyman das Wort Minimalismus für die Stilbeschreibung – er gilt als Erfinder des Begriffs (den die Hauptvertreter dieser Musikgattung fast alle ablehnen). Durch diesen neuen Trend in der anspruchsvollen Musik, zu tonalen Strukturen zurückzukehren, fängt auch Nyman wieder mit dem Komponieren an, und greift die Ideen des Minimalismus mit einem ganz eigenen Stil auf. Für Harrison Birtwistles Bühnenstück „Il Campiello“ wird Nyman engagiert, um venezianische Lieder aus dem 18. Jahrhundert zu arrangieren. Für die Aufführungen des Stücks gründet er eine Band aus „Straßenmusikern“, aus der dann später die „Michael Nyman Band“ mit ihrer charakteristischen Besetzung hervorging, die neben einen kleinem Streicherensemble u.a. auch ein Saxofontrio umfasst.

Durch den englischen Filmexzentriker Peter Greenaway kommt Nyman zum Film. Später folgen auch kommerzieller ausgerichtete Filmprojekte wie „Ravenous“, ein Kannibalismus-Horrorfilm (in Zusammenarbeit mit dem Frontmann der Britpop-Band „Blur“, Damon Albarn), „The Claim“, oder „Gattaca“ – seine erfolgreichste Musik dürfte aber die zu Jane Campions „The Piano“ sein, für die er auch eine „Golden Globe“-Nominierung erhielt.

Neben seiner Filmarbeit schreibt Nyman aber regelmäßig weiter für den Konzertsaal und die Oper.

Seit 2005 betreibt er ein eigenes Plattenlabel, „Michael Nyman Records“, um seine Musik im Selbstverlag herauszugeben.

Jan Boltze / 12.07.07