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Onlinemagazin für Film und Filmmusik

Komponisten

Jerry Goldsmith

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Geboren am: 10.02.1929 in Pasadena, Kalifornien, USA
Gestorben am: 21.07.2004 in Beverly Hills, Kalifornien, USA an Krebs

Jerrald Goldsmith wurde im Februar 1929 in Pasadena, Kalifornien geboren und lernte ab seinem 6. Lebensjahr Klavier spielen. Mit 14 kamen Studien im Bereich Komposition, Theorie und Kontrapunkt hinzu. Goldsmiths Lehrer zu der Zeit waren Jacob Gimpel und Mario Castelnuovo-Tedesco.

Der junge Goldsmith strebte eine Karriere als Konzertsaalkomponist an. Als er jedoch eines Tages den von Miklos Rozsa vertonten Film „Spellbound“ 1945 im Kino sah, erwachte in ihm die Idee Filmkomponist zu werden. Er besuchte dann auch Vorlesungen von Rozsa zum Thema Filmmusik.

1950 nahm er eine Stelle als Sekretär in der Musikabteilung des Fernsehsenders CBS an. Von dort arbeitete sich Goldsmith schnell hoch. Nach einiger Zeit durfte er bereits für Live-Drama-Shows der Serie „Climax“, die vor einem Publikum im Fernsehstudio aufgeführt wurde, die Musik komponieren und während der Ausstrahlung im Fernsehen live dirigieren. Goldsmith selbst sagt über diese Zeit, dass er hier am meisten gelernt hat. 1957 dann die erste Spielfilmvertonung: „The Black Patch.“
Der richtige Durchbruch erfolgt mit der Vertonung der TV-Serie „Thriller“ – Alfred Newman wurde dadurch auf den Newcomer aufmerksam und entschloß ihn zu fördern. Goldsmiths Engagement von Universal für „Lonely are the Brave“ ist auf diesen Einsatz Newmans zurückzuführen. Für den 62er Film „Freud“ von John Huston über die Geschichte der Psychoanalyse wird Goldsmith bereits zum ersten Mal für den Oscar nominiert. Viele Kritiken erwähnten Goldsmiths Musik lobend, obwohl der Film ansonsten bei den Rezensenten durchfiel.

Bereits in diesem Score wurde deutlich, was Goldsmith zeit seines Lebens auszeichnete: der Hang dazu, fast immer etwas Ungewöhnliches auszuprobieren und sich nicht auf ausgetretene Pfade zu begeben, ohne dabei die Filmwirkung aus den Augen zu verlieren. Bis zum Beginn der 90er Jahre war Goldsmith ohne Zweifel einer der vielseitigsten und experimentierfreudigsten Komponisten in Hollywood. Von klassischer Neoromantik über Impressionismus bis Zwölftonmusik kann man alles in Goldsmiths Werk finden.

1976 wurde er mit den Oscar für „The Omen“ ausgezeichnet – eine längst überfällige Auszeichnung, hatte Goldsmith doch vorher schon Meisterwerke wie „The Blue Max“, „Sand Pebbles“, „Planet of the Apes“, „Patton“ oder „Tora!Tora!Tora!“ vorgelegt. Weitere bedeutende Scores waren die Musiken zu „Star Trek: The Motion Picture“, „Alien“, „Papillon“, „The Wind and the Lion“, „First Blood“ oder „Total Recall.“

Goldsmith lag sehr viel Wert darauf, immer das bestmögliche Ergebnis abzuliefern, selbst wenn er nur einen schlechten Film zum Vertonen bekam, was sehr oft der Fall war. In den 80er Jahren begann er vermehrt, Synthesizer in seine Arbeiten einfließen zu lassen. In den 90er Jahren ließ Goldsmith’ Experimentierfreudigkeit leider nach und er lieferte dann stilistisch relativ festgelegte, sauber durchkomponierte Arbeiten ab.
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Trotz seiner enormen Bandbreite an musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten ist ein Goldsmith-Score aber auch immer als solcher erkennbar- sein persönlicher Stil, der unter anderem durch Bela Bartok und Igor Strawinsky inspiriert war, war jederzeit aus seinen Arbeiten herauszhören.

Neben seiner filmmusikalischen Tätigkeit komponierte Goldsmith auch einige Arbeiten für den Konzertsaal und dirigierte Neueinspielungen von Arbeiten seines engen Freundes und Kollegen Alex North.

2004 erlag Jerry Goldsmith einem Krebsleiden. Seine letzte Arbeit war die Partitur zu „Looney Tunes – Back in Action“ – eine Arbeit seines langjährigen Freundes Joe Dante, von dem Goldsmith nahezu alle Arbeiten vertonte.

Jan Boltze / 14.02.07