[ Sie sind zur Zeit nicht eingeloggt. ] [ Registrieren oder Einloggen im Kontrollzentrum ]

Onlinemagazin für Film und Filmmusik

Komponisten

Elliot Goldenthal

Bild von Elliot Goldenthal

Mehr von Elliot Goldenthal

Geboren am: 02.05.1954 in New York City, USA

Elliot Goldenthal studierte bei Aaron Copland und John Corigliano an der Manhattan School of Music. Erste Erfahrungen im Filmbereich sammelt er mit Studentenfilmen, die er Ende der 70er Jahre vertont. Um sein Gespür für Filmkomposition weiterzuentwickeln, besucht er auch einige Vorlesungen an einer Filmhochschule.
In den 80er Jahren arbeitet er hauptsächlich fürs Theater, größtenteils mit seiner Lebensgefährtin der Theaterregisseurin Julie Taymor. Die größten Erfolge sind die Produktionen „The Kings Stag“ (1983) und „Juan Darien – A Carnival Mass“, letztere inszeniert von Julie Taymor.
Die Filmemacherin Mary Lambert engagiert Goldenthal für ihre Stephen King-Verfilmung „Pet Semetary“ (Friedhof der Kuscheltiere) zum ersten Mal für eine „größere“ Produktion. Goldenthal legt eine kompromisslose, teils sehr sperrige Partitur vor, die dann auch die Produzenten von Alien3 dazu brachte, Goldenthal für das millionenschwere, von jeder Menge Schwierigkeiten gebeutelte Projekt zu engagieren. Mit dieser Musik, eine der bedeutendsten Filmscores der 90er Jahre schaffte Goldenthal endgültig den Durchbruch. Für „Interview with the Vampire“, 1994 in 14 Tagen entstanden, nachdem die Musik von George Fenton abgelehnt wurde, gab es die erste Oscarnominierung, eine zweite Nominierung erfolgte für den 96er Film „Michael Collins.“ 2003 dann der Sieg der goldenen Statuette für den lateinamerikanisch angehauchten Score zu „Frida“ – welches zugleich wohl auch die eingänglichste Arbeit des New Yorker Komponisten sein dürfte.

Neben seiner Filmkarriere hat Goldenthal weiterhin die Arbeit für Theater, Konzertsaal und Oper weitergeführt. Im Sommer 2006 hatte seine Oper Grendel, an der über 20 Jahre gearbeitet hat, an der Los Angeles Opera Premiere. Wichtige Konzertwerke sind „Fire Water Paper – A Vietnam Oratorio“ sowie das Ballet „Othello“.

Goldenthal gilt als einer der originellsten zur Zeit tätigen Filmkomponisten. Er selbst bezeichnet seine Kompositionstechnik als „Composition as collison“, in dem er verschiedene Stile, die in scharfem Kontrast zueinander stehen, in seine Partituren einfließen lässt, wie zum Beispiel in der Shakespeare-Verfilmung „Titus“, in dessen Partitur man Rock-Musik, Jazz, archaische Chorgesänge und neo-wagnerianische Sinfonik finden kann. Typisch für die Partituren des New Yorkers sind aber auch sehr aggressive Bläserparts.

Jan Boltze / 31.01.07